Wissenswertes über die PFABOs und das Pfandsystem

PFABO leitet sich von PFAndBOx ab. Ganz einfach und simpel – genau wie unser System!
Wir haben 1,5 Jahre Produktentwicklung hinter uns. In dieser Zeit haben wir alle Anforderungen an unsere Produkte aufgeführt, kategorisiert und in die Produktentwicklung miteinfließen lassen. Adrian hat in seiner Masterarbeit die theoretische Grundlage geschaffen und gemeinsam mit Juliane die Produkte weiterentwickelt. Wir haben uns von Anfang an mit unseren Partner*innen aus dem Handel ausgetauscht, damit die Produkte nicht nur einer theoretischen Betrachtung standhalten, sondern auch in der Praxis ihre Anwendung finden können. Die Maße sind gezielt gewählt, damit wir uns an gegebenen Standards im LEH halten. Diese Standards finden sich sowohl in der Logistik als auch in der Lagerung wieder. Außerdem haben wir uns die Anwendungsbereiche genauer angeschaut und Anforderungen daraus abgelesen. Hierbei war es uns ebenso wichtig zu schauen, was benötigen einerseits die Mitarbeitenden vor Ort und andererseits die Verbraucher*innen für ihren unkomplizierten Einkauf.

Die PFAndBOxen haben ein Fassungsvolumen von ca. 1 l (Box M) und ca. 3 l (Box L).

Die PFAndBOxen können rund 200 mal benutzt werden. Hierbei ist natürlich die sorgfältige Nutzung ausschlaggebend für einen langfristigen Einsatz. Wir möchten alle Verbraucher*innen darauf hinweisen, dass die Nutzung der PFAndBOxen nur für Lebensmittel geeignet ist. Eine Mikrowellennutzung ist zwar möglich, aber für die Nutzung eines Transportbehälters von Lebensmitteln nicht vorgesehen.

Defekte und beschädigte PFAndBOxen gehen zum Hersteller zurück und werden recycelt. Wir weisen darauf hin, dass nur bei vollständigen Boxen inkl. Deckel das vereinbarte Pfand zurückgezahlt werden kann.

Unsere PFAndBOxen werden im Allgäu produziert. Ein Produktionsstandort in Deutschland war uns enorm wichtig. Extrem hohe Anforderungen bei der Verarbeitung eines Lebensmittelkontaktmaterials, eine nachhaltige Produktion und der Einsatz von 1A Ware bei einem zertifizierten Produzenten waren essentiell für uns. Wir betrachten die Produktion als Teil des Produktlebenszyklus und möchten hierbei von einer verlässlichen und kompetenten Partnerschaft profitieren.
Wir haben lange getestet, abgewogen und uns auf Grund der Anforderungen für das aktuell ökologischste und ökonomischste Material entschieden. Wir haben sehr viel Zeit investiert und uns bewusst für ein Monomaterial entschieden. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut und anderen Partner*innen sind wir weiterhin auf der Suche nach alternativen Material-Lösungen.
Das ökologischste Material ist häufig nicht das wirtschaftlichste, andersherum genauso. Was bedeutet eigentlich ökologisch (CO2 Bilanz)? Verwendet man ein Material, welches in der Herstellung enorm viel CO2 produziert, wie Glas, Keramik oder Edelstahl und auch in der Logistik keine gute Figur macht, zusätzlich noch ökonomisch nicht wettbewerbsfähig ist? Wie können Kreisläufe geschlossen werden und welche Optionen haben wir? Welche Vorteile bringt beispielsweise ein Produkt, welches vermeintlich aus einem ökologischen Material besteht, aber ein Ladenhüter ist, weil es für die meisten Menschen zu teuer ist? Die Antwort: Es entsteht eine enorme Ressourcenverschwendung und es bringt absolut keinen ökologischen Vorteil, da das produzierte Produkt letztlich ohne Verwendung in den Regalen stehen bleibt. Zu diesen Faktoren kommen viele Fragen zu den speziellen Eigenschaften der Materialien explizit für die Frischetheke hinzu, wie z. B. die Formbeständigkeit ggü. Fleisch etc., die Hygiene, die Recyclingfähigkeit, das Gewicht, das Einsatzgebiet und letztlich die Einhaltung aller Gesetze.
Das Ziel: Ein Material, welches ein Pfandsystem für den Lebensmittelsektor massentauglich machen kann – unter Einhaltung aller Anforderungen.
Nach eingehender Prüfung diverser Materialien fiel die Wahl auf reines Polypropylen (PP), da es derzeit nicht nur die Kriterien der gesetzlichen EU-Verordnungen und nationalen Gesetzen erfüllt, sondern, im Vergleich zu allen anderen geprüften Materialien, derzeit für unser Vorhaben in allen Belangen die ökologischste Lösung ist. Ein Material, welches zudem 100 % recycelbar, lebensmittelecht, industriespülmaschinengeeignet, langlebig, leicht und robust ist. Mit dem Hersteller können wir zudem den technischen Kreislauf des Materials bewahren und produzieren somit neue Produkte und keinen Abfall, der in die Umwelt gelangen kann.
  • PP ist ein gesetzlich zugelassenes und zertifiziertes Lebensmittelkontaktmaterial, frei von gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen
  • PP hat laut der Deutschen Umwelthilfe e. V. im Vergleich zu “Bio-Kunststoffen” in der Herstellung und im Recyclingprozess eine gute Ökobilanz, zudem verwenden wir ein PP, welches sich zu 100 % in den technischen Kreislauf zurückführen lässt
  • PP ist leicht, d. h. sowohl für den Transport zum Unternehmen als auch zum/zur Verbraucher*in ökologischer
  • PP lässt sich durch den eindeutigen Recyclingcode identifizieren und somit optimal zu 100 % recyceln
  • PP lässt sich einwandfrei reinigen und erfüllt damit alle hygienischen Standards
  • PP ist langlebig, was für ein Pfandsystem unerlässlich ist

Einen Vergleich zwischen einer Kunststofffolie, wie sie aktuell an der Frischetheke verwendet wird, und der PFAndBOx, zeigt auf, dass Kunststofffolien bei einer jährlichen Hochrechnung einen höheren Wasserverbrauch, einen höheren kumulierten Energie-Aufwand, und höhere CO2-Emissionen sowie höhere SO2-Versauerungspotenziale aufweisen. Daten des Umweltbundesamtes zu den einzelnen Materialien findest du hier. Dies ist u. a. auf die geringere Abfallmenge zurückzuführen, die bei der PFAndBOx anfällt. Nach eigenen Hochrechnungen ergibt sich bei den laut Statista rund 20.000 Lebensmitteleinzelhändler*innen mit Frischetheke ein Einsparpotenzial von rund 10.000 Tonnen Kunststoffabfall jährlich.

Um einen umweltschonenden Logistikprozess der PFAndBOxen zu gewährleisten, wird ein 2D Datamatrixcode und ein EAN-Code im Boden des Behälters verbaut. Diese haben die Aufgabe, alle Prozesse im Rahmen der Reinigung, Lieferung, Standzeiten oder der Wiederverwendung zu dokumentieren. Das Label versendet dabei keinerlei Daten, d. h. es handelt sich nicht um einen GPS-Tracker, es kann lediglich die ID der Box entnommen werden. Durch dieses Vorgehen werden keinerlei personenbezogene Daten erhoben, sondern nur die für uns relevanten Nutzungszyklen dargestellt. Daran lässt sich z. B. erkennen, wie viele Boxen im Umlauf, hinter der Theke oder in der Reinigung sind. Damit wird ein ressourcenschonender Einsatz der PFAndBOxen gewährleistet und nur so viele PFAndBOxen in Umlauf gebracht, wie notwendig. Das bringt einen weiteren entscheidenden Vorteil für die Umwelt mit sich. Mit dieser Technologie möchten wir an weiteren Aufgaben arbeiten, wie beispielsweise dem Verzicht der derzeitigen Papier-Kassenbons, der Nachverfolgbarkeit von Materialien und der Etablierung einer produktspezifisch umfassenden Kreislaufwirtschaft (Produktion, Umlauf, Sortierung, Recycling, Wiedereinsatz der Materialien).
Bild von gestapelten PFABOs
Bild von PFABOs und Mehrwegflaschen

Der Pfandkreislauf ist einfach und unkompliziert und genauso wollen wir es halten. Wir möchten sowohl für unsere Partner*innen als auch für alle Verbraucher*innen eine unkomplizierte Anwendung gewährleisten, wie beim Flaschenpfand. Verbraucher*innen können alle PFAndBOxen unabhängig von der Größe für 5,00 € Pfand mitnehmen und bei allen teilnehmenden PFABO-Partner*innen wieder abgegeben. Gemeinsam schaffen wir sowohl einen Standard für Mehrwegverpackungen als auch eine Alternative zur Einwegverpackung. Unsere PFAndBOxen sollen für jede/n Verbraucher*in zugänglich sein sowie simpel und einfach in den Einkaufsprozess integriert werden können, sodass Einwegverpackung keine Anwendung mehr finden muss. Mehr Infos hier.

Wir haben 2020 ein große Umfrage in ganz Deutschland durchgeführt, um den Pfandbetrag zu ermitteln. Die Herausforderung lag darin, den Betrag weder zu hoch noch zu niedrig anzusetzen, da sonst die Verpackung nicht angenommen (Ladenhüter*in) bzw. nicht wieder zurückgebracht wird (197. Mehrwegverpackung im Küchenschrank).

Einfach ein funktionierendes Pfandsystem!

Eine PFABO-Partnerschaft ist für uns die Grundlage für das PFABO-Pfandsystem. Jede einzelne Partnerschaft ist Teil des Pfandsystems und bietet uns allen die Möglichkeit, der Einwegverpackung den Kampf anzusagen. Wir informieren unsere Partner*innen über aktuelle Neuigkeiten und Entwicklungen, stellen unsere Mehrwegboxen zur Verfügung und stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Einfach das Kontaktformular ausfüllen oder eine E-Mail senden und wir werden dich individuell beraten. Um mit uns Kontakt aufzunehmen klick einfach hier.
Wir freuen uns auf jede Anfrage und schauen gemeinsam wie wir das System bei euch implementieren können. Nutzt für eure Anfrage einfach unser Kontaktformular.

Die Anbieter*innen platzieren wir in der Kartenübersicht hier auf der Website und später in der App. Sollten noch Anbieter*innen fehlen, so mach sie gerne darauf aufmerksam und sende uns eine Nachricht, dann sprechen wir sie an. Je mehr Anbieter*innen teilnehmen, umso mehr Einwegverpackung sparen wir ein!

Unsere PFABOs sind für Lebensmittel geeignet, die zum Transport zwingend eingepackt werden sollten (Wurst, Käse, Fleisch, Salate, warme und kalte Speisen). Daher sehen wir den Einsatz an der Frischetheke, Unverpackt Stationen, Backshops aber auch für Convenience Produkte. Das PFABO-System ist standardisiert und auf den Lebensmitteleinzelhandel zugeschnitten und wird nach und nach erweitert. Wenn ihr andere Einsatzbereiche für unser System entdeckt, gebt uns gerne Bescheid und wir schauen, was wir tun können.
Nein, wir haben uns bewusst gegen Insellösungen entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass nur ein flächendeckendes Pfandsystem funktioniert. Die Boxen sollen bei allen Anbieter*innen auch wieder abgegeben werden können, d. h. es muss einheitlich sein.
Nein. Die PFABOs wird es nur in einer Farbe geben. Diese Farbe wurde gewählt, da sie stabil ggü. Verfärbungen ist und somit viele Umläufe ermöglicht. Wir wollen ein funktionierendes Pfandsystem für alle und keine individuellen Sammelobjekte für zu Hause schaffen. Für Verbesserungsvorschläge sind wir aber jederzeit offen und dankbar.